Theodor Körner Fonds: 59 HoffnungsträgerInnen wurden heuer ausgezeichnet

Forschung an Grundlagen für neue Therapieansätze für Schmetterlingskinder, eine Analyse der Auswirkungen von Geld- und Fiskalpolitik auf die Arbeitslosigkeit – oder eine Arbeit über die gestalterischen Möglichkeiten von Menschen mit Borderline-Persönlichkeit:

PreisträgerInnen aus Wissenschaft und Kultur

Das sind nur drei Beispiele für die Arbeiten von insgesamt 59 jungen WissenschafterInnen und KünstlerInnen, an die der Theodor Körner Fonds eine finanzielle Starthilfe vergab. Die Förderung ermöglicht, dass die PreisträgerInnen ihre Arbeit fortsetzen können. Die Preise verlieh AK Präsident Herbert Tumpel an der Universität Wien. Zusätzlich vergab die Stadt Wien vier Spezialpreise.

Medizin, Naturwissenschaften und Technik

Eva Murauer zum Beispiel bekommt im Bereich Medizin, Naturwissenschaften und Technik Förderung für Forschungsarbeiten für mögliche neue Therapieansätze für so genannte „Schmetterlings-kinder“. Dahinter verbirgt sich eine schmerzhafte, bis dato unheilbare Erbkrankheit mit wissenschaftlichem Namen Epidermolysis Bullosa und sie führt dazu, dass die Haut viel verwundbarer ist als bei Gesunden. Murauer bedient sich bei ihrer Arbeit einer neuen, vielversprechenden Technik, um eine heilende Gentherapie zu entwickeln. Mit Hilfe der sogenannten „Genschere“ soll das für die Krankheit verantwortliche fehlerhafte Gen in den Hautzellen repariert werden. 

Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Im Bereich Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften wird neben anderen eine Untersuchung von Simon Dominik Sturn über den Einfluss von Geld- und Fiskalpolitik auf die strukturelle Arbeitslosigkeit ausgezeichnet, ebenso die Arbeit von Jeanette Müller, die die Bedeutung von Vertrauen für einzelne AkteurInnen in Innovationsnetzwerken untersucht und der Frage nachgeht, welche Kriterien Vertrauensbildung beeinflussen, sowie von Robert Schorn, der die Gefahren und Möglichkeiten zur Vermeidung der Manipulation von KonsumentInnen analysiert. 

Geistes- und Kulturwissenschaften

Förderungspreise im Bereich Geistes- und Kulturwissenschaften gehen neben anderen an Dagmar Weidinger (die sich in ihrer Arbeit an den gestalterischen Ausdruck von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung annähert), Nadja Danglmaier, ("Orte der nationalsozialistischen Gewalt in Klagenfurt - Auseinandersetzung mit Regionalgeschichte" ), Thomas Riegler (Terrorismus. 9/11 im Kontext: Akteure, Strukturen, Entwicklungslinien) und Christian Stiegler für seine Arbeit „Gegen den Strich“, die einen Überblick über die literarischen Komponenten zeitgenössischer deutscher Songtexte von 1970 bis zur Gegenwart gibt. 

Kunst und Kultur

Im Bereich Kunst und Kultur werden beispielsweise ausgezeichnet: Bettina Galvagni für ihre Arbeit über die Wiener Geigerin Alma Rosé, die das Orchesters der Frauen von Birkenau leitete, Paul Divjak für sein Theaterstück die „Müllinsel“, das auf europäischen Skandalen der Abfallbeseitigung basiert, Katharina Gruzei für ihre fotografische Arbeit „Women and Space“ - eine Annäherung an „die Frau und ihr Zimmer”. 

4 Spezialpreise der Stadt Wien

Die Stadt Wien vergibt vier Spezialpreise unter anderem an Gudrun Wolfgruber , die die Gedächtnis- und Erinnerungskultur von Führsorgerinnen und SozialarbeiterInnen in der Wiener Jugendwohlfahrt untersucht. Außerdem an Klaus Stephan Wolff für seine Arbeit über die Machbarkeit und Effektivität eines neuartigen Körperschutzes bei Landminenexplosionen.