HERBERT TUMPEL-PREIS

Zu Ehren ihres langjährigen Präsidenten beschloss der Vorstand der Bundesarbeitskammer (BAK) im März 2013, im Rahmen des Theodor-Körner-Fonds einen "Herbert-Tumpel-Ehrenpreis" für besondere politik-, rechts- sozial oder wirtschaftswissenschaftliche Arbeiten zu schaffen. Eine herausragende wissenschaftliche Leistung in einem dieser Bereiche wird mit jährlich 7.000 Euro prämiert.

Eine persönliche Bewerbung ist nicht möglich, denn der wissenschaftliche Beirat des "Theodor Körner Fonds" unter dem Vorsitz des renommierten Zeithistorikers Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb wurde von Mag. Herbert Tumpel ersucht, ihm jährlich einen „Dreier-Vorschlag“ zur Vergabe des Preises vorzulegen. Dieses Jahr entschied sich Herbert Tumpel für die Arbeit von Mag.a Veronika Duma "Rosa Jochmann. Eine biografische Verortung im Spannungsfeld von Widerstand und Verfolgung im (Austro-)Faschismus und Nationalsozialismus aus geschlechtsspezifischer Perspektive".

Die Preisübergabe fand im Rahmen der Vergabe der "Theodor Körner Preise" in der Universität Wien statt.

Die Dissertation widmet sich der Biografie der österreichischen Sozialdemokratin, ehemaligen Widerstandskämpferin und Zeitzeugin Rosa Jochmann (1901-1994), die als "Grande Dame" der Sozialdemokratie sowie als „antifaschistische Galionsfigur“ eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens war. Der Schwerpunkt liegt auf den 1930er- und 1940er-Jahren und den gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen der Zweiten Republik. Die Frage der Zeitzeug_innenschaft stellt dabei einen zentralen Rahmen der biographischen (Re-)Konstruktionsarbeit dar. Die Quellengrundlage bildet der Nachlass von Rosa Jochmann im Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung sowie Bestände in österreichischen und deutschen Archiven, die bisher unbekannte Zusammenhänge sichtbar machen.

Die Arbeit untersucht, welche Wirkungsmacht Frauen als Akteurinnen und Geschlechterverhältnissen in Widerstand und Verfolgung sowie in gesellschaftspolitischen Prozessen der Nachkriegszeit zukam. Dabei wird diskutiert, wie das Spannungsverhältnis von autobiografischen Erinnerungen und gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen gefasst werden kann. Methodisch-theoretische Bezugspunkte stellen Erkenntnisse der (Frauen-)Biografieforschung, quellenkritische Zugänge aus geschlechterwissenschaftlicher Perspektive und Analysen zu Gedenken, Vergangenheitspolitik und Zeitzeug_innenschaft dar.

In der Dissertation wird erstmals eine wissenschaftlich-biografische Verortung der berühmten sozialdemokratischen Überlebenden des Konzentrationslagers Ravensbrück unter einer geschlechtertheoretischen Perspektive unternommen. Ziel des Projekts ist es, einen innovativen Beitrag zu Forschungen an der Schnittstelle zwischen geschlechterhistorischer Biografieforschung, Forschungen zu (Austro-)Faschismus, Nationalsozialismus, zum Konzentrationslager Ravensbrück sowie zu Zeitzeug_innenschaft und Vergangenheitspolitik in der Zweiten Republik und in Europa vorzulegen.

Die fertige Arbeit wird dann auch im ÖGB Verlag als Buch erscheinen, da Veronika Duma auch den Theodor Körner Fonds Publikationspreis vom Verlag des ÖGB erhalten hat.

TKF Kuratoriumspräsident Mag. Herbert Tumpel und Mag.a Veronika Duma

Der Preis wurde Gestiftet von: