Häufig gestellte Fragen

1) WAS SIND QUELLEN?

Quellen sind alle jene Materialien, die in dem Zeitraum der historisch-forschend bearbeitet wird, entstanden sind.

Aussagen von ZeitzeugInnen, also deren erzählte Erinnerungen, werden als mündliche Quellen bezeichnet.

2) WIE KÖNNEN DIE ERSTEN ARBEITSSCHRITTE AUSSEHEN?

Erster Schritt könnte sein, vorhandene Lokalgeschichten (Orts- und Bezirksgeschichten), aber auch Zeitzeugenerinnerungen aus dem heutigen Lebensumfeld zu sammeln und zu lesen.

Dabei können in einem zweiten Schritt Themen aus der Alltagsgeschichte, aus der Sozial- und Kulturgeschichte, aber auch der Politikgeschichte definiert werden, die durch weitere Quellensammlungen vertieft werden.

In einem nächsten Schritt könnten – bereits mit konkreten Themen und Inhalten vor Augen – Archive durchforstet werden, wobei die Fragestellungen möglichst präzise formuliert werden müssen.

Dafür in Frage kommen z. B. Stadtarchive, Bezirksarchive, Landesarchive, aber auch Privatarchive. Sie eignen sich bestens auf der Suche nach historischen Fotos, Zeitungen und Zeitungsausschnitten, Briefen, Dokumenten etc.

Bibliotheken und Museen sind ebenfalls wichtige Anlaufstellen für die historischen Nachforschungen zum Thema.

3) WELCHE QUELLENARTEN GIBT ES?

a) digitale Quellen und sonstige Bildquellen

b) mündliche Quellen

c) schriftliche Quellen

d) Literatur – Zeitungsmeldungen

e) Quellen- und Literaturhinweise - Zitierregeln

f) Quellen- und Literaturhinweise - Urheberschutz

4) WIE KOMME ICH AN GEEIGNETE MÜNDLICHE UND SCHRIFTLICHE QUELLEN?

a) digitale Quellen und Bildquellen

Digitale Quellen sind etwa zu finden in:
http://www.onb.ac.at/sammlungen/bildarchiv.htm
http://alex.onb.ac.at/
http://anno.onb.ac.at/
http://www.oesta.gv.at/DesktopDefault.aspx?alias=oesta&init
http://www.mediathek.at/
http://www.doew.at/
http://www.univie.ac.at/zeitgeschichte/
Weitere sind themenspezifisch im Netz zu recherchieren.

Fotoarchive gibt es z.B. digital beim Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek:
http://www.bildarchivaustria.at/Pages/Praesentation.aspx?p_iAusstellungID=16999432&p_iCollectionID=-1

Häufig gibt es bei Dorf-, Stadt- oder Bezirksmuseen LokalhistorikerInnen, die mit Tipps und Materialien (z.B. Fotos, Zeitungsausschnitte, Objekte, vielleicht sogar alte Hobbyfilme) weiterhelfen können.

Aber auch Karikaturen aus Zeitungen, Zeitschriften und Büchern können eine Quelle sein. Gebt aber besonders darauf Acht, dass Bilder und Karikaturen die bereits veröffentlich sind, einen besonderen URHEBERSCHUTZ haben und nicht einfach ohne Einverständnis der Rechtsinhaber (AutorIn, HerausgeberIn, RechtsnachfolgerIn, etc.) verwendet werden dürfen.

Auch das Internet hilft, Bücher, Fotos und Quellen zu dem jeweiligen Thema aufzuspüren.

Bitte beachtet dabei immer die ZITIERREGELN.
Die gängigen Regeln für Zitierweisen findet ihr hier.

b) mündliche Quellen:

ZeitzeugInnen können wichtige Ansprechpartner für euer Projekt sein. Es könnte zum Beispiel sehr spannend sein, eine ganze Familie, vom (Ur-)Großvater bis zum (Ur-)Enkel, zu einem bestimmten Thema zu befragen.

Durch solche Gespräche und eine anschließende Gruppendiskussion werden die Unterschiede deutlicher als in Einzelgesprächen, die aber auch notwendig sind.

d) schriftliche Quellen:

Unter schriftlichen Quellen versteht man alle schriftlichen Aufzeichnungen und Unterlagen von z.B. Gemeinden, Behörden, Stadtregierungen etc., in denen Maßnahmen und Entscheidungen zum Untersuchungszeitraum festgehalten sind.

Auch Gemeindechroniken oder andere Chroniken, etwa der jeweiligen Polizeidienststelle (früher: Gendarmerie-Posten) fallen unter diese Quellenkategorie.

Nichtamtliche schriftliche Quellen können hingegen Briefe, Tagebuchaufzeichnungen oder bereits niedergeschriebene Erinnerungen (Memoiren) von Einzelpersonen sein, aber auch Zeitungsartikel, Zeitungsausschnitte, Flugblätter und andere schriftliche Aufrufe.

e) Literatur:

Unter Literatur versteht man schriftliche Arbeiten wie Aufsätze, historische Abhandlungen, Sammelbände (= Sammlung von Aufsätzen mehrerer AutorInnen) oder auch Einzelpublikationen (nur einer Autorin/eines Autors) zu einem bestimmten Thema oder Themenkomplex.

Es ist zu beachten, dass auch in der Literatur bereits durch die AutorInnen, meist HistorikerInnen an Universitäten, aber durchaus auch engagierte und äußerst fachkundige Orts-, Stadt- oder HeimathistorikerInnen, eine Interpretation und Bewertung erfolgt ist.

Diese Bewertung kann euren Forschungsergebnissen durchaus widersprechen, daher ist es wichtig, dass ihr auf Widersprüche eingeht und anhand von Quellen und Literatur zu begründeten eigenen Erkenntnissen gelangt.

Es ist daher sehr wichtig, die schriftlichen Quellen sehr genau und vor allem sehr kritisch zu lesen und zu bewerten.

f) Quellen- und Literaturhinweise - ZITIERRREGELN

Wichtig für richtiges historisches Arbeiten ist es auch, die verwendeten Originalquellen und die verwendete Literatur sehr genau zu zitieren, damit sie für andere ForscherInnen oder Interessierte, aber auch für mögliche künftige eigene Arbeiten wieder auffindbar sind.

Durch die richtige Zitierweise der verwendeten Quellen werden eure Ergebnisse überprüf- und nachvollziehbar und erhalten erst dadurch ihren wissenschaftlichen Wert.
Die gängigen Regeln für Zitierweisen findet ihr hier.
Zitierregeln wie sie auch für die Vorwissenschaftliche Arbeit Verwendung findet.

g) Quellen- und Literaturhinweise - URHEBERSCHUTZ

Fotos sowie Karikaturen aus Zeitungen und Zeitschriften, aber vor allem aus dem Internet, werden des Öfteren als Quelle benutzt.

Gebt daher ganz besonders darauf Acht, dass es für Bilder und Karikaturen, die bereits veröffentlich sind, einen besonderen Urheberschutz gibt und diese nicht einfach ohne Einverständnis der Rechteinhaber (EigentümerIn, AutorIn, HerausgeberIn, RechtsnachfolgerIn, etc.) verwendet werden dürfen.

Versucht also in jedem Fall, soweit möglich, das Einverständnis für eine Verwendung solcher Bildquellen zu erwirken. Bei etlichen Anbietern, so auch bei der Österreichischen Nationalbibliothek, ist ein Nutzungsentgelt zu entrichten. Vielleicht findet ihr aber auch Bildmaterial, dessen Verwendung freigegeben ist.

5) WAS BEDEUTET "EIGENE INTERPRETATION"?

Das Projekt soll nicht nur eine rein beschreibende Arbeit („Aufzählung von Fakten“) sein, die mit Kopien von alten Fotos und Dokumenten, Zeitzeugenaussagen und Zeitungsausschnitten angereichert wird, sondern – ganz wichtig – es muss auch die eigenen Interpretationen und Gedanken beinhalten.

Dies bedeutet, dass die Ergebnisse der Interviews (= mündliche Quellen) mit anderen Quellenarten (Bildquellen, Textquellen und Dokumente, Memoiren, Zeitungen) sowie mit Literatur (= Geschichtsbücher oder einzelne Artikel aus Fachzeitschriften) in Verbindung gebracht werden müssen, um Unterschiede der Aussagen und Inhalte feststellen, analysieren, erklären und diskutieren zu können und sie schlussendlich einer kritischen Bewertung zu unterziehen.

Wichtig dabei ist aber immer mitzudenken, dass erst mehrfache Quellenbelege halbwegs sichere Aussagen ermöglichen, denn sowohl die Erinnerungen als auch die Interviews sind häufig sehr persönlich gefärbt und nicht immer vollständig und umfassend.

Auch schriftliche Dokumente (= Quellen) oder historische Studien (= Literatur) haben häufig eine subjektive Sichtweise. Denn auch in der Literatur ist bereits durch die AutorInnen, meist HistorikerInnen an Universitäten, aber durchaus auch engagierte und äußerst fachkundige Orts-, Stadt- oder HeimathistorikerInnen, eine Interpretation und Bewertung erfolgt.

Diese Bewertung kann euren Forschungsergebnissen durchaus widersprechen, daher ist es wichtig, dass ihr anhand von Quellen und Literatur zu eigenen Erkenntnissen gelangt und diese auch in eurer Arbeit aufzeigt und begründet.

6) WAS WIRD EINGEREICHT? WELCHE DATEIFORMATE SIND ERLAUBT?

a) Textarbeit:

Als Endprodukt entsteht eine 15 – 20 Seiten Dokumentation (als pdf), die – nach den jeweiligen Themen geordnet – nicht nur eine rein beschreibende Arbeit ist, die mit Kopien von alten Fotos und Dokumenten, Zeitzeugenaussagen und Zeitungsausschnitten angereichert wird, sondern – ganz wichtig - auch die eigene Interpretation zu den Darstellungen beinhaltet.

Die Textarbeiten (wie auch Audio- und Videobeiträge) müssen elektronisch über das Online-Bewerbungs-Portal auf der Homepage http://www.theodorkoernerfonds.at/geschichtswettbewerb/ , eingereicht werden. Dazu ist ein eigener Button für den Upload der Projektarbeit eingerichtet. Das elektronische Einreichformular ist dem Upload vorangeschlossen und muss nach der Registrierung von eurer Lehrperson ausgefüllt werden. Erst dann ist der Upload möglich.

Es können Dateien in folgenden Formaten eingesendet werden:
Textdateien: pdf, doc, docx
Statistiken, Tabellen, Diagramme: xls, xlsx
Präsentationen: ppt, pptx
Bilder: jpg, gif, png

Eine Annahme von postalisch übersandten Dateien, Fotos oder Präsentationen, Bildmappen oder Ähnliches, ist nicht möglich.

b) Video- oder Audioreportage („Radioreportage“):

Alternativ können auch eine 10-minütige Radioreportage als Podcast (in den Formaten mp3, aac, wma) oder ein 10-minütiges Video (in den Formaten avi, mov mp4, mkv) eingereicht werden, wobei Interviews und recherchierte und geschriebene Kommentare oder auch Fotos und anderes Bildquellenmaterial zusammengeschnitten werden.

Weitere Details zur Einreichung von Video- und Audiobeiträgen:

  • Video und Audioeinreichungen sollen 10 Minuten nicht überschreiten.
  • Der Beitrag muss eine audiovisuelle Absichtserklärung sichtbar machen. Ein filmdramaturgisches Konzept, das der Einreichung in schriftlicher Kurzform beigefügt ist, ist unbedingt erforderlich.
  • Der Beitrag soll beim Betrachter Interesse am Thema wecken, die Lust des Zuschauers an vertiefender Beschäftigung fördern.
  • Audiovisuelle Experimente, Bild oder Tonmontagen, optische oder akustische Assoziationsketten sind erwünscht, aber nicht gefordert. Ihre dramaturgische Bedeutung sollte ebenfalls in schriftlicher Kurzform beigefügt und deren Absicht erklärt werden.
  • Die Bewertung der Video und Audio-Einreichungen orientiert sich am Einsatz folgender multimedialer Ebenen: Bildsprache, Musik, Geräusche, Licht, Sprechertext, aber auch an der Auswahl von Interviewpassagen und deren inhaltlicher Essenz.
  • Wenn die optisch-dramaturgische Struktur inhaltlich genügend Klarheit schafft, können Video- oder Audiobeiträge auch ohne verbindenden Sprechertext eingereicht werden.
  • Die Verwendung von Computeranimationen bei Videobeiträgen ist möglich, aber nicht verpflichtend. Ihr Einsatz soll primär Inhalt, Dramaturgie und Information unterstützen. Eine ausschließlich auf attraktive, technische Effekte abgestellte Nutzung zu Gunsten oberflächlicher optischer Wirkung ist zu vermeiden und wird auch dementsprechend bewertet.
  • Inhalt geht hier vor Technik. Die Beiträge sollen auch Auskunft über die Qualität der Interviewfragen geben: Dabei sollte sich die Rolle des Fragestellers nicht auf die des steinernen Gastes oder Stichwortgebers reduzieren. Daher können sich auch interessante Frage-Antwort-Passagen im Beitrag wiederfinden.
  • Den Einreichungen muss eine Recherchelisteder kontaktierten Personen mitsamt Ergebnissen und deren schließliche Verwendung im gestalteten Beitrag angefügt werden. Hier zählen vor allem inhaltlich vertiefende Gespräche mit Historikern und Fachleuten aller Art. Zwar auch, aber schon weniger, die aus dem Internet herbeigeholten Informationen. Diese Regel für audiovisuelle Einreichungen soll für den Geschichtswettbewerb das Interesse an erweiterter Recherche wecken und die bisher übliche Konzeptionsrealität zwischen Schülern und Begleitlehrern durch die Kontaktnahme mit Historikern und anderen Fachleuten durchbrechen und erweitern.

Dieser Einreichung hängt Ihr ein vollständiges Transkript der gesprochenen Texte sowie die verwendeten Quellen an.

c) Installationen:

Es wäre auch möglich, eine symbolische Auseinandersetzung – etwa in Form einer Installation – selbst zu entwerfen. Dies müsste als Foto- oder Filmdokumentation eingereicht werden, wobei ein allfälliger Aufbau der Objekte (etwa bei der Preisverleihung) möglich sein müsste.